Der Hypnotist
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Der Hypnotist

             

 

 

Lauf um dein Leben!

 

Der ehemalige Hypnotherapeut Otto Renansen hat nach seiner Scheidung sein Leben neu geordnet und eine Firma für hypnoti-sches Erfolgs- und Selbstmanagement gründet. 

Verwirrende Aufträge konfrontierten ihn mit den Sehnsüchten seiner Kunden nach Liebe, Tod und Rache. 

Furchtbare Fratzen und drohende Stimmen haben Annelisa Hart-mann in den Wahnsinn getrieben. Dreimal war sie schon in der Psychiatrischen Klinik. Beim vierten Mal ist sie extrem abgema-gert, weil sie alles erbricht. Nur Milch trinkt sie in großen Mengen. Die Schwiegermutter will sie loswerden, ihr Mann ist verzweifelt. Und niemand will mit ihr psychotherapeutisch arbeiten. Da nehmen Otto Renansen und seine Frau sie als Kundin für das hypnotische Selbstmanagement an. 

Zum Erstaunen seiner Frau lässt der Hypnotist sie Eier kochen. Und das Unbewusste will, daß sie schwarze Pferde striegelt. Wird sie sich mit Hypnose und ihrem Unbewussten retten können?  

 

**************

 

Autonome Prozesse

 

Sie kommen etwas spät zu ihrem Stammtisch im Gemalten Haus in Frankfurt Sachsenhausen. 

Heinrich Schwarz, genannt der Schwarze Heinrich, und sein Freund Günther Kistener und dessen Frau Rebecca, sitzen schon am Tisch und haben jeder ein geriffeltes Glas mit Äppelwein vor sich.

Die neuen Freunde hat er während der Gründungsphase seiner Firma für hypnotisches Erfolgs- und Selbstmanagements hier in der alten, traditionsreichen Apfelweinwirtschaft kennengelernt.

Der Schwarze Heinrich, ein verwitweter und pensionierter Studiendirektor, sitzt fast jeden Abend im Lokal, da er deftiges Essen liebt und nicht kochen mag.

Der ebenfalls pensionierte Fernsehjournalist Günther Kistener war später zu der Runde gestoßen und hatte seine Frau Rebecca erst kürzlich geheiratet.

Als auch Otto Renansen und Susanne Herr ein Glas Äppelwein vor sich stehen haben und alle angestoßen haben, lacht Susanne und nickt dem Schwarzen Heinrich zu.

„Heinrich, du kannst doch nicht kochen? Willst du das lernen? Otto gibt jetzt Privatstunden!“

„Privatstunden im Kochen?“

„Ja! Er hat eine Kundin heute ausführlich darin unterrichtet, wie sie Eier kochen soll.“

„Stimmt das Otto? Bist du nicht nur Hypnotherapeut und ein gefragter Coach, sondern auch ein Lehrer der Eier-Kochkunst?“

Alle lachen.

„Warum nicht? Ich bin der Sohn eines Ingenieurs. Und mein Vater sagte immer: „Einem deutschen Ingenieur ist nicht zu schwör!“ 

„Und die Kundin konnte nicht einmal Eier kochen?“

„Ich weiß nicht genau, ob sie das kann. Ich habe ihr auf jeden Fall befohlen, es perfekt zu lernen.“

Und er erklärt die Zusammenhänge.

„Schrecklich!“ meint Günther Kistener. „Du hast uns doch einmal von dem blöden Engländer erzählt, der dich kritisiert hatte, weil du dein Ei nicht aufgeklopft, sondern mit dem Messer geköpft hast. Und der dich deshalb einen wilden Teutonen geschimpft hat. Das fällt mir jetzt jeden Morgen ein, wenn ich ein gekochtes Ei esse. 

Jetzt, wo du eine Eiertherapie gegen Schizophrenie beginnst, muss ich mich wohl demnächst morgens fragen, wenn ich ein Ei esse, ob ich noch geistig gesund bin.“

„Denke doch einfach daran, daß du dich gerade mit dem Universum vermählst, wenn du ein Ei isst. Denn es steht auf archetypisch-symbolischer Ebene genau dafür“, mischt sich Susanne ein. „Ich habe extra nachgelesen.

Und ein Mysterium ist es auch!“

„Ich denke, das sind schon die Frauen!?“ 

Heinrich Schwarz grinst und sieht abwechseln Susanne und Rebecca an.

„Na klar sind wir das!“ meint Rebecca und nickt betont bedeu-tungsschwer.

„Nun fangt bloß nicht mit dem Männer-Frauen-Thema an! Ich habe Hunger! Lasst uns lieber in die Speisekarte schauen und etwas zu essen bestellen. Eier mit Grüner Soße esse ich heute aber gewiss nicht!“

Der Vorschlag wird angenommen.

 

„Herr Renansen, ich wollte mich melden und ihnen Bescheid sagen.

Meine Frau hat es wirklich gelernt, Eier zu kochen. Jeden Morgen müssen jetzt die Kinder ein gekochtes Ei zum Frühstück essen und ich zwei. Sie selbst isst auch zwei.

Sie hat das ruckzuck gelernt.

Jetzt hat sie Angst, sie verlangen von ihr, daß sie jetzt Rühreier und andere Eierspeisen kochen lernen muss. Sie lässt durch mich anfragen, ob sie ihr erlauben könnten, stattdessen Kuchen zu backen.“

„Ja! Und was für welchen?“

„Sie will zuerst einen Schokoladenkuchen backen. Und hat sich schon ein Backbuch gekauft. Und dann will sie für uns zum Sonntag eine Buttercreme Torte backen.“

„Bestellen sie ihrer Frau bitte einen schönen Gruß! Ich bin einverstanden. Wenn beide Kuchen gelungen sind, soll sie mit meiner Frau einen Termin absprechen, zu dem sie alleine kommen kann.“

„Danke! Ich werde es bestellen!“

 

„Susanne, Frau Hartmann kocht jetzt perfekt Eier und die ganze Familie muss sie essen. Aber sie selbst isst sie auch regelmäßig. Jetzt will sie von sich aus Kuchen backen. Wenn sie die ersten gut hinkriegt, habe ich ihr bestellen lassen, soll sie mit dir einen Termin für uns ausmachen.

Bitte, schau doch einmal im Lexikon der traditionellen Symbole, wofür ‚Kuchen’ symbolisch stehen!?“

„Hier steht, daß Kuchen für den Mond stehen.“

„Der Mond ist das Symbol für alle Himmelsgöttinnen und das weibliche Prinzip überhaupt.“

„Hier steht außerdem, daß Kuchen, mit einem Kreuzzeichen dekoriert, für die vier Mondphasen stehen.“

„Zusammengefasst spricht das dafür, daß sie auf archetypischer Ebene, aber völlig unbewusst, von dem Ei, das die Welt und die Geburt der persönlichen Welt symbolisiert, eine Stufe weiter-gegangen ist. Und sich unbewusst mit der Gebärerin des Welteneis, der Frau, also ihrer eigenen Weiblichkeit, auseinandersetzt. Ist doch nicht schlecht? Oder?!“

„Mit sich als weiblichem Wesen, das sich selbst gebären muss? Meist du das so?“

„Genau! Ist doch erstaunlich, wie die Psyche funktioniert!“

 

 

 

 

Kuchen backen

 

Er versteht das nicht. Da sitzt seine Frau monatelang herum und stiert die Wände an. Lässt alles verkommen und kümmert sich einen Dreck um die Kinder. Und kaum sind sie bei diesem Hypnotisten gewesen, kocht sie Eier. Jeden Tag Eier!

Und isst sie auch noch! Isst jeden Morgen zwei weichgekochte Eier. So, als ob sie das schon immer getan hätte.

Und statt nach den Kindern zu sehen, liest sie in ihrem blöden Backbuch.

Gibt es denn nichts Wichtigeres zu tun, als Kuchen zu backen? Manchmal könnte er wirklich aus der Haut fahren!

Und wie wird das auf die Eltern wirken, wenn sie am Sonntag zum Kochen kommen und wieder alle Arbeit machen werden? Und rundherum die Wohnung schlampig ist und die Kinder verwahrlost? Und Annelisa hat einen Kuchen gebacken.

Immerhin hat sie überhaupt etwas getan. Das ist ja nicht ganz schlecht, daß sie Eier kocht und Kuchen backt. Aber sie müsste sich doch um die Kinder kümmern! 

Das geht doch nicht, daß sie alles seiner Mutter und ihm überlässt. Der Holger läuft den ganzen Tag mit seiner verpissten Hose herum und sie tut einfach gar nichts. Nichts!

Er merkt, daß er sich in Wut hineinsteigert. Das geht nicht! Sie ist doch krank! Aber es ist schon eine elende Scheiße!

 

Sie weiß auch nicht, was mit ihr los ist. Warum sie sich den ganzen Tag mit Eiern beschäftigt. Ob noch genug da sind? Ob die Bio-Eier auf Dauer nicht zu teuer werden? Ob sie es wieder hinbekommt, daß die Kochzeiten stimmen?

Gestern hat sie sich dabei erwischt, daß sie am Küchentisch stand und ein schneeweißes Eier unverwandt anstarrte. So, als hätte sie noch nie ein Ei in ihrem Leben gesehen.

Es war so weiß, so wohlgeformt! Als ob es absolut wäre. 

Irgendwie tut ihr der Umgang mit den Eiern gut. Sie versteht das nicht. Sie muss andauern an Eier denken. 

Die Leere, die schrecklich Leere ist immer noch in ihr. Aber da sind die Eier. Wenigstens etwas, mit dem sie etwas machen kann.

Sie hat Angst vor dem Kuchen, den sie backen will. Ständig liest sie das Rezept.

Sie kann es schon auswendig, aber es geht nicht an sie heran. Sie muss es immer wieder lesen. Es ist wie ein Drang.

Wie kriegt sie nur den Anfang?

Alle Dinge, die sie braucht, sind da. Sie hat sie mit Franz-Anton im Supermarkt gekauft. Auch eine neue Backform.

Aber, wie fängt sie nur an? Franz-Anton fragt schon immer. 

Wie fängt man an, einen Kuchen zu backen? Im Rezeptbuch steht alles. Sie müsste nur tun, was da steht. Aber sie hat keine Kraft.

Aber mit den Eiern, das hat doch auch geklappt.

Was hat der Hypnotist gesagt? „Sie sind eine Handwerkerin, und zwar eine gute! Und Handwerkerinnen können auch kochen, wenn sie es lernen.“

Das ist es! Sie muss lernen. Lernen zu tun. 

Wie kommt man aus einer Leere raus? Wie ist sie überhaupt in diese entsetzliche Leere gekommen?

Sie weiß, daß sie das weiß. Aber sie weiß auch, daß sie das nicht wissen will. Nicht jetzt! Noch nicht!

Was wird sie sagen, wenn der Hypnotist sie danach frägt? Soll sie es ihm dann sagen? Oder wird es sie zerstören?

Lieber Kuchen backen!

Sie registriert, daß sie aufgestanden ist und die Tüte mit dem Mehl genommen hat.

Sie hat es nicht gewollt. Sie hat es einfach getan. Und sie lässt es geschehen. Und es fällt ihr leicht.

Vielleicht ist es gar nicht sie, die da in der Küche steht und Mehl abwiegt?

 

 

 

 

Himmlische Symbole

 

„Otto, gleich kommt die Frau Hartmann. Was willst Du mit ihr machen?“

„Wir werden weiter zweigleisig vorgehen. Sie muss weiter im Kochen geschult werden. Was wir da genau machen, können wir mit ihr oder ihrem Unbewussten ausmachen.

Aber wir sollten auch so schnell wie möglich beginnen, mit ihrem Unbewussten direkt zusammenzuarbeiten.

Wir haben ja die Zustimmung ihres Unbewussten für eine Zusammenarbeit und für die Hypnose. Deshalb werden wir das Unbewusste in seiner Gesamtheit als Leiterin des gesamten Coaching Prozesses einsetzten oder einen speziellen Teil des Unbewussten. Mal sehen! 

Aber wir müssen vorsichtig vorgehen und unbedingt eine psychische oder emotionale Überlastung von Frau Hartmann vermeiden. 

Denn unter einer schizophrenen Psychose sitzt meistens eine schwere, existenzielle Angst. 

Schizophrenie ist die schwerste aller Angstkrankheiten. Sie entsteht, wenn ein Mensch in eine schwere und für ihn bewusst nicht zu lösende Paradoxie gerät. So, daß er in einer Situation ist, in der alles, was er macht oder will, falsche Ergebnisse ergibt. Weil sich die einzelnen Tendenzen der Lösungsrichtungen widerspre-chen.

Paradoxien sind ja dadurch gekennzeichnet, daß zwei Tendenzen, die jede für sich alleine richtig sind, unmögliche Ergebnisse ergeben, wenn sie miteinander in eine konflikthafte Verbindung geraten.

Die Psychose selbst, ihre verrückten Inhalte, wie zum Beispiel ihre früheren Stimmen, die sie gehört hat, sind meist symbolisch. Wenn auch schlecht zu entschlüsseln, da sie sehr stark verzerrt sind. Deshalb lassen sie sich nicht immer gleich verstehen.

Aber der hohe Stress des Dauerproblems führt zu einer Dekompensation der Neurotransmittergleichgewichte im Gehirn, vor allem des Dopamin Stoffwechsels.

Die antipsychotischen Medikamente versuchen den Neurotrans-mitterhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Mehr ist mit ihnen nicht möglich. 

Die stressauslösenden Probleme aber werden nicht gelöst. Deshalb sind die Kranken immer bei neuen psychischen Belastungen rückfallgefährdet.

Und wir wissen von Frau Hartmann, daß sie schon dreimal psychisch mit einer Psychose dekompensiert ist. 

Diesmal, beim vierten Mal, ist sie nicht verrückt geworden. Sondern sie hat nur diese merkwürdige Magersucht entwickelt.

 Aber darunter steckt auch ein unverstandenes und ungelöstes Problem. Entweder das alte der drei ersten Psychosen und jetzt ein neues. Oder das neue Problem ist das alte, nur nicht so schlimm.

Wenn wir zu schnell vorgehen und sie emotional unter zu großen Druck geriete, würde sie zu einer psychotischen Reaktion greifen. Denn sie ist der Schutz, mit dem sie sich vor dem zentralen Problem bisher retten konnte. 

Kein schöner Schutz, aber immerhin, er hat ihr das Überleben gesichert und vielleicht auch auf einer tieferen Ebene die seelische Gesundheit. Denn sie ist ja immer wieder aus ihrer Psychose herausgekommen. Wenn auch nur mit Hilfe der Medikamente.

Wir werden deshalb auch mit ihr nur unter dem Schutz des Unbewussten arbeiten. Dazu werden wir zum einen akut immer mit der hypnotischen Schutzhand-Technik arbeiten und ich werde zum anderen ihr über die Zeit einen Inneren Beschützer mit Hypnose installieren, wenn ihr Unbewusstes damit einverstanden ist.

Aber wir müssen sehen, was derzeit möglich ist. Und Geduld haben!“

 

„Wie haben ihre Kuchen geschmeckt, Annelisa?“

Susanne Herr lacht die verschüchtert und wie erstarrt dasitzende Frau freundlich an.

„Gut!“

Ihre braunen Augen beginnen kurz zu leuchten. 

„Nur meine Schwiegermutter hat gemeckert. Der Schokoladenkuchen war ihr zu trocken und die Buttercreme Torte zu fett. Aber meinen Kindern und meinem Mann hat es geschmeckt.

Es ist auch nichts mehr von den beiden Kuchen da.

Für das erste Mal sind mir beide Kuchen recht gut gelungen. Ich würde gern noch weiter üben, wenn ich darf!“

Er greift ein: „Soviel und solange, wie sie wollen. Solange bis sie wirklich zufrieden sind, Annelisa.

Und vielleicht wird ja auch ein Hobby von ihnen daraus?!“

Schweigen.

„Wie auch immer, Annelisa, wir wollten ja mit Hypnose arbeiten. Sie hatten bei unserem ersten Gespräch ja gelernt, wie man unter Nutzung der angeborenen Ideomotorik mit den Händen in Hypnose gehen und sein Unbewusstes fragen kann.

Können sie sich noch erinnern?“

Annelisa nickt.

„Gut! Nehmen sie wieder ihre Hände entspannt in Vorhalte vor die Brust! Und bitten sie bitte ihr Unbewusstes, daß eine Hand von alleine nach unten geht! Und es währenddessen eine gut Arbeitstrance aufbaut.“

Es dauert nicht lange, bis die linke Hand langsam nach unten sinkt. Als sie auf dem Oberschenkel zu liegen kommt, bittet sie der Hypnotist, sie wieder in die Ausgangslage zu nehmen.

„Und jetzt fragen sie bitte ihr Unbewusstes, wer ihnen bei der Lösung ihrer Probleme helfen soll! Das Unbewusste in seiner Gesamtheit? Oder gibt es einen speziellen Teil für die Lösung im Unbewussten, einen Problemlösungsteil?

Wenn das Unbewusste als Ganzes helfen will, kann wieder die linke Hand ein Stück nach unten gehen. Wenn es einen speziellen Teil für die Hilfe gibt, kann die rechte Hand nach unten gehen.“

Sofort beginnt die rechte Hand abzusinken.

„Es gibt also einen speziellen Teil im Unbewussten, der für die Lösung der Probleme zuständig ist.

Bitten sie ihr Unbewusstes, daß die rechte Hand jetzt wieder nach oben steigt! Immer höher! So hoch, daß sie das Gesicht berührt. 

Wenn das geschieht, kann vor ihrem inneren Auge dieser Innere Helfer erkannt werden. Schauen sie bitte, wie er aussieht und sagen sie uns das dann!“

Es dauert gut zehn Minuten, bis die rechte Hand die Backe streift und dort verharrt. Doch längere Zeit geschieht nichts und Annelisa schweigt.

„Ich sehe den blauen Himmel. Und ganz oben fliegt ein Vogel. Er ist klein wie ein Punkt.“

„Rufen sie ihn! Bitten sie ihn herabzukommen!“

„Es ist ein Falke. Er hat sich auf den Zaunpfahl vor mir gesetzt.“

„Fragen sie ihn bitte, ob er ihr Innerer Helfer ist!“

„Er hat mit den Flügeln geschlagen und gekrächzt.“

„Fragen sie ihn bitte, was sie als erstes tun sollen, damit es ihnen wieder besser geht.“

„Er hat gesagt, ich solle weiter Kuchen backen. Aber vorerst keine Creme Kuchen, sondern einfache Kuchen und die so gut wie möglich.“

„Fragen sie ihn bitte auch, was wir für sie tun können oder sollen!“

„Ich soll erst wieder zu ihnen gehen, wenn ich zehn verschiedene, einfache Kuchen sehr gut backen kann.“

„Gut! Fragen sie bitte, welche Kuchen sie backen sollen!“

„Er sagt, die mir gut schmecken. Und davon solle ich dann essen. Das werde mir gut bekommen. Aber nur, wenn sie gut gelungen sind.“

„Danken sie bitte dem Falken und ihrem Unbewussten und lösen sie dann die Hypnose auf!“

 

„Das wird immer symbolischer bei der Frau Hartmann, Susanne. Lass’ uns in das Lexikon der traditionellen Symbole schauen!

Ein Falke war bei den alten Ägyptern ein Symbol des Sonnengottes. Was der Himmel bedeutet, weiß ich nicht. Sicher etwas religiöses.“

„Hier steht, daß der Himmel in patriarchalen Kulturen, wie der unseren, das Vaterprinzip verkörpert und in matriarchalen das Mutterprinzip.

Darum wohnt für die Juden, Christen und Moslems wohl ein männlicher Gott im Himmel. 

Im Sinne des Firmaments steht der Himmel für Transzendenz, Höhe, das Reich der Seligkeit, wie im Christentum, und die Ordnung im Universum.“

„Und der Falke, wofür steht der?“

„Da steht viel. 

Er hat die gleiche Symbolik wie der Adler. Er verkörpert die Freiheit und die Hoffnung für alle, die in moralischer oder geistiger Knechtschaft stehen.“

„Das würde doch perfekt passen!“ unterbricht Otto Renansen.

„Ja, stimmt! Aber das nächste auch.

Er steht nämlich auch für das Aufsteigen über alle Ebenen. Also den Prozess, den wir mit unserem Coaching anstreben. 

Aber auch für alles Streben nach Macht und Sieg und Königswürde.

Und du hattest Recht! Der Falke stand bei den alten Ägyptern für den Sonnengott. Für die alten Germanen ebenso. Odin reiste als Falke.“

„Lauter gute Symbole für Frau Hartmann!

Was ich auch sehr interessant fand, wie das Unbewusste, vertreten durch ihren Falken, sie regelrecht erzieht. Sie soll noch mehr üben, aber nichts übertreiben. So habe ich das verstanden.

Sie soll zehn einfache Kuchen backen, die aber perfekt, und keine ehrgeizigen Torten. Und, was vielleicht am wichtigsten ist, sie soll davon essen!

Ein Verhaltenstherapeut könnte das nicht besser gesagt haben.“

„Otto, ist das immer so symbolisch?“

„Nein! Manchmal schon. Meistens sind die Symbole nicht so schön klar, daß man sie im Lexikon nachlesen kann.

Aber bei Frau Hartmann ist es offensichtlich so. Das spricht dafür, daß sie extrem wichtige, existenzielle Prozesse durchläuft, die hoch symbolisiert sind.“

„Und wirst du sie darauf ansprechen?“

„Nein, ich mische mich nicht gerne in autonome, psychische Prozesse ein. Ich werde ihre Symbole nur deuten, wenn das einen konkreten Nutzen für Frau Hartman hat.

Aber für uns ist das hilfreich, denn es macht uns deutlich, was vorgeht und wo sie in ihrer Entwicklung steht. 

Bisher läuft das gar nicht schlecht. Ich bin froh, daß ich mit meinen Eiern angefangen habe! Das scheint ein Volltreffer gewesen zu sein.“

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

der Roman  "Spiegelsex" ist zu seinem guten Ende gekommen.  

 

Ab dieser Woche können Sie ab jedem Wochenende in der Reihe der Romane über die Abenteuer des "Hypnotisten", kostenlos in wöchentlichen Fortsetzungen den Roman "Lauf um dein Leben! " lesen.

 

Vielen Dank für Ihr Interesse!

 

Ihr Götz Renartz

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