Der Hypnotist
Der Hypnotist

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Der Hypnotist

             

 

Spiegelsex

 

 

Der ehemalige Hypnotherapeut Otto Renansen ordnete nach seiner Scheidung sein Leben neu und gründete eine Firma für hypno-tisches Erfolgs- und Selbstmanagement. 

 

Verwirrende Aufträge konfrontieren ihn mit den Sehnsüchten nach Liebe und Sex, Ängsten und Schuldgefühlen seiner Kunden.

 

Gerade hat er seine eigene Bindungscheu überwunden und geheiratet, da wird er mit den sexuellen Problemen seiner Kunden und deren Perversionen konfrontiert.

 

 

**************

 

 

Der Zwang, Frauen sexuell glücklich zu machen

 

Er ist sehr früh wach und es dämmert erst. Und er fühlt sich leicht gerädert. 

Im Nebenzimmer schnarcht es noch. Leise steht er auf und lässt Susanne weiter schlafen. Er geht ins Bad, um sich frisch zu machen.

Als der Kaffee fertig und der Frühstückstisch gedeckt ist, weckt er erst seine Frau und bittet sie, im Bett zu bleiben. Dann Siegfried Mirka. 

Er stellt ein Glas Mineralwasser und zwei Tabletten Alka Selzer vor ihn auf den Couchtisch.

„Gehen Sie bitte ins Bad und machen Sie sich frisch! Dann frühstücken wir zusammen und dann wird geredet!“ sagt er freund-lich.

Er schaut derweil in die Tageszeitung, die er sich aus dem Briefkasten unten im Haus holt.

Beim Essen schweigen sie. 

Sein Kunde sieht verwüstet aus. Aber bald werden die Schmerz-mittel den Kater lindern und der starke Kaffee, er hat ihn extra stark gemacht, wird ihn munter machen.

„Jetzt sagen Sie mir bitte, weshalb Sie die Studenten weggeschickt haben, Herr Mirka“, beginnt er.

„Weil ich dachte, wo ich doch die Wut auf meine Frau in der Hypnose herausgelassen habe, das Problem sei gelöst.“

„Ist es aber offensichtlich nicht. Da muss also noch etwas anderes darunter stecken. Sie müssen es finden, wenn Sie Ihr Problem endgültig lösen wollen.

Etwas ganz anderes: weiß Ihre Frau von den neuen Besuchen bei ihren Geliebten?“

„Nein.“

„Dann sagen Sie ihr auch nichts! Erklären Sie ihr, daß Sie bei mir übernachtet haben. Ich werde das dann bestätigen.

Und drohen Sie nicht noch einmal mit Selbstmord! Es gibt keinen Grund sich umzubringen. 

Statt Theater zu machen, sollten Sie ernsthaft weiter daran arbeiten, Ihr Problem zu lösen! Denn mit Hilfe Ihres Unbewussten werden Sie es dann auch lösen. Das ist immer so, wenn man am Ball bleibt.

Wenn Sie noch einmal so einen Scheiß machen, wie heute Nacht, werde ich nicht weiter mit Ihnen zusammenarbeiten. 

Das muss klar sein!

Ist das für Sie klar?“

„Ja! Es tut mir Leid!“

„Ok!

Sie sprachen von einem Zwang, der Sie überfallen habe, die Frauen wieder aufzusuchen und mit ihnen zu schlafen. Was ist das für ein Zwang? Wie empfinden Sie den?“

„Ich bin dann ganz unruhig und kann an nichts anderes mehr denken. Meine Gedanken kreisen dann immer um die Frauen. Was sie wohl machen? Wie es ihnen geht? Ob sie auf mich warten? Ob sie glücklich oder unglücklich sind?

Und dabei werde ich immer angespannter und unruhiger. Bis ich dann einfach hinfahre.“

„Und wenn Sie da sind, dann fühlen Sie sich wieder wohler?“ 

„Ja, die Spannung lässt dann nach. Und dann reden wir mitein-ander und meistens gehen wir dann auch zusammen ins Bett. Aber nicht immer.

Wenn wir miteinander Sex haben, fühle ich mich hinterher schlecht. Einmal, weil ich das eigentlich gar nicht will und zum anderen, weil ich Schuldgefühle gegenüber meiner Frau habe. Denn ich liebe sie.“

„Und wie fühlen Sie sich, wenn Sie wieder nach Hause fahren und keinen Sex mit der Dame hatten?“

„Gut! Ausgesprochen gut. Dann bin ich aufgekratzt und fröhlich.“

„Habe ich das richtig verstanden, daß es Ihnen gar nicht so sehr um Sex geht?“

„Ja, das habe ich Ihnen schon mehrmals gesagt.“

„Wenn es Ihnen nicht so sehr um Sex geht, warum haben Sie dann aber häufig Sex mit den Damen?“

„Weil die das wollen!“

„Und wenn die das nicht wollten, würden Sie auch keinen Sex haben?“

„Na ja, manchmal bin ich einfach scharf, dann will ich auch mit den Frauen ins Bett. Aber meistens ist mir das gar nicht wichtig.“

„Kann man sagen, Sie schlafen meist mit den Frauen, weil die es wollen?“

„Ja, das kann man so sagen.“

„Und wenn Ihnen der Beischlaf nicht so wichtig ist, warum sagen Sie denn dann nicht einfach nein?“

„Das geht aber nicht, dann wären die Frauen doch unglücklich!“

„Heißt das, Sie wollen die Frauen glücklich machen?“

„Ja, sicher! Ich mag sie doch!“

„Könnte man sagen, Sie seien ein Frauenglücklichmacher?“

„Ja, darum bin ich doch so unglücklich, daß ich meiner Frau einen solchen Kummer mache.“

„Aber wenn das so ist, dann stehen Sie doch zwischen zwei Parteien, die Sie beide glücklich machen wollen. Zwischen der Partei dieser einsamen Frauen und der Partei Ihrer Ehefrau und Ih-rer Kinder.

Und, könnte man sagen, Ihr Problem ist, daß Sie beide Parteien unter den gegebenen Umständen nicht gleichzeitig glücklich machen können?“

„Wenn Sie das so ausdrücken, stimmt das in etwa.“

Er schweigt, denn ihm fällt ein Fall ein, den er einst in seiner Psychotherapiepraxis behandelt hat.

Da war ein vierzigjähriger Mann zu ihm in die Psychotherapie gekommen, weil er heiraten und eine Familie gründen wollte, ihm aber früher oder später alle Frauen davonliefen.

Als Problem stellte sich eine Ejakulatio retarda heraus, die Unfähigkeit in der Scheide einer Frau zu ejakulieren.

Stattdessen konnte er unbegrenzt lange den Koitus ausführen und die Frauen von einem Orgasmus zum nächsten bringen.

Am Anfang waren von daher alle Partnerinnen von ihm und seiner Leistung im Bett begeistert. Aber irgendwann erkannten sie, daß er in ihnen nicht zum Ziel kam. Das fassten sie als eine Kränkung auf. Sie fühlten sich von ihm nicht wirklich begehrt. Und das zerstörte dann jedes Liebesverhältnis. Zumal sie sich dann auch sagten, daß er so mit ihnen keine Kinder zeugen konnte.

Wenn er sich selbstbefriedigte, konnte er einen Orgasmus errei-chen und ejakulieren. Nicht aber, wenn ihn eine Frau masturbierte.

Sie fanden heraus, daß er ein fanatischer Frauenbeglücker war, der im Schweiße seines Angesichts und bis zur eigenen körperlichen Erschöpfung die Frauen von einem Orgasmus in den nächsten jagte, bis diese nicht mehr konnten oder wollten.

Auch er hatte das als einen Zwang erlebt, die Frauen glücklich zu machen. 

Schließlich fanden sie in der Hypnotherapie heraus, daß die Frauenbeglückerei eine Form der Buße war, mit dem er unbewusst ein Fehlverhalten abbüßen wollte. 

In diese Situation war er geraten, da seine Ehe durch die chronische Untreue seiner Ehefrau gescheitert war.

Durch dieses Verhalten seiner Frau, die er sehr geliebt hatte, und die Scheidung, war er so verletzt, daß er Rache an Frauen plante; wie dies viele Männer in einer solchen Situation tun.

Er ging regelrecht auf Jagd nach Frauen, eroberte sie, schlief mit ihnen und ließ sie dann, sobald diese emotional positiv reagierten, fallen. Wie einst Don Juan.

Irgendwann hatte er sich dann aber genug gerächt und die Wut war weitgehend verraucht. Da trat als nächstes Problem die Angst vor einer weiteren Enttäuschung durch Frauen in den Vordergrund. 

Nach der alten Regel handelnd, ‚Viele Frauen sind keine Frau’, hielt er sich immer mindestens vier Frauen gleichzeitig als Geliebte, verließ sie aber nicht mehr. 

So konnte er jede Frau emotional gegen die andere ausspielen und eine enge gefühlsmäßige Beziehung zu einer der Frau vermeiden. Dadurch fühlte er sich vor neuen Enttäuschungen in der Liebe geschützt, da er sich vor einer starken gefühlsmäßigen Bindung sicher wähnte.

Doch wenn die Frauen früher oder später herausbekamen, daß sie nicht die einzige Partnerin waren, verließen sie ihn. 

So lernte er weiterhin viele Frauen in emotional weitgehend belanglosen sexuellen Beziehungen kennen, verließ sie jedoch nicht. Was ihm ein besseres Gefühl vermittelte, als Frauen selbst zu verstoßen.

Am Ende schälte sich dann doch nach einigen Jahren eine dauerhafte Partnerin heraus, die sich von seinen sexuellen Eskapaden nicht abschrecken ließ. In diese Frau verliebte er sich und trug ihr die Ehe an.

Aber in der Verlobungszeit verliebte er sich plötzlich in eine wesentlich jüngere Frau und ging mit ihr schon am ersten Abend des Kennenlernens ins Bett.

Das war, wie sich bald herausstellte, der letzte Geschlechtsakt, bei dem er ejakulieren konnte. 

Denn als er seiner Verlobten am nächsten Morgen die neue Beziehung beichtete, brach diese mit einer schweren Depression und mit Selbstmordgedanken zusammen und musste über drei Monate lang in der Psychiatrie der Frankfurter Universitätsklinik behandelt werden.

Dadurch hatte er sich aus seiner Sicht so verhalten, wie einst seine Frau sich im gegenüber verhalten hatte. Und er empfand sich plötzlich als einen ebenso schlechten Menschen, als wie er seine Frau vor der Scheidung erlebt hatte.

Das aber wollte er nicht auf sich sitzen lassen. Der Gedanke, jetzt so unehrlich und schlecht zu sein, wie seine Exfrau, war ihm unerträglich. Und so wollte er sich selbst beweisen, daß er ein guter Mensch sei. Ein Mann, der Frauen nicht unglücklich machte, wie einst seine Ehefrau ihn unglücklich gemacht hatte. Sondern eine Mann, der im Gegenteil Frauen beglückte. Denn er hatte eine hohe moralische Vorstellung von sich selbst und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

Zugleich war die Unfähigkeit zu ejakulieren eine unbewusste Buße und Selbstbestrafung für das Vergehen gegenüber seiner Verlobten.

So passte eines plötzlich zum anderen: Durch die Blockade seines Orgasmus und damit der Ejakulation, war es ihm möglich, sich selbst zu bestrafen und damit zu büßen. 

Zugleich aber ermöglichte ihm die Ejakulations- und Orgas-mushemmung einen zeitlich unbegrenzten Geschlechtsverkehr zur Wonne der Frauen.

Als sie damals diese unbewussten Zusammenhänge in der Hyp-notherapie aufdeckten und er eine emotionale Lösung für seine Verletzungen und sein folgendes Fehlverhalten finden konnte, lösten sich seine Probleme und er fand eine Frau zum heiraten. Seine Ejakulationsprobleme hatten sich ebenfalls gelöst.

Er überlegte, ob er diese Geschichte Herrn Mirka erzählen sollte, verzichtete jedoch darauf. Aber er ging sofort auf die Frauen-beglückungstendenz seines Kunden ein.

„Ich war, wie Sie wissen, Herr Mirka, früher ein Hypnopsy-chotherapeut. Als solcher habe ich viele Frauenbeglücker gesehen und behandelt. Sie waren alle unglücklich und machten, obwohl sie die Frauen glücklich machen wollten, diese am Ende alle unglücklich.

Das wird auch in Ihrem Fall geschehen. 

Jetzt schon ist Ihre Frau unglücklich, obwohl Sie Ihre Ehefrau lieben. 

Wenn Sie den Kontakt mit den anderen Frauen einstellen, werden diese ebenfalls mehr oder weniger unglücklich sein.

Wie Sie sehen können, ziehen die Frauenbeglückungsversuche eine Fahne des Unglücklichseins hinter sich her. 

Und Sie selbst sind, da werden Sie mir sicher zustimmen, auch alles anderes als glücklich.

Von daher sollten Sie meiner Meinung nach so schnell wie möglich herausfinden, was hinter ihrem sogenannten Zwang steckt, Frauen glücklich zu machen.

Können wir da mit unserer Analyse ansetzen?“

„Ja!“

„Gut, dann machen Sie bitte einen regulären Termin mit Frau Herr für mich aus.“

 

 

Das Liebestrauma

 

Susanne war sichtlich beunruhigt, als er nach dem Weggang von Herrn Mirka mit ihr noch eine Tasse Kaffee trank, um wacher zu werden.

„Otto, Du machst Sachen! Da hat doch nicht viel gefehlt und ich hätte Dich im Untersuchungsgefängnis besuchen müssen!“

Er grinst und nickt.

„Du hast Recht! Das war wirklich eine verrückte Situation. Wenn einer der Nachbarn das Licht im Haus gesehen und die Polizei gerufen hätte, wären wir dran gewesen. 

Herr Mirka wegen Einbruch. Und ich hätte einige Tage im Kittchen sitzen können, bis ich denen klar gemacht hätte, weshalb ich da in dem Haus war.

Ich habe mich auf ein Risiko eingelassen, weil ich nicht wollte, daß mein betrunkener Kunde einen Selbstmordversuch macht. Ich habe mich schon gewundert, daß er da in dem Haus war. Aber ich dachte, er hat ein Recht darauf.

Er hatte jedoch keinerlei Recht in diesem Haus zu sein, denn es gehörte gar nicht seinem Chef, sondern seinem alten Chef, mit dem er gar nichts mehr zu tun hatte.

Aber stell’ Dir einmal vor, der Herr Mirka hätte sich wirklich umgebracht und die armen Leute kommen aus dem Urlaub zurück! Und finden eine Leiche in ihrem Haus. Was das für ein Schock gewesen wäre!

Weißt Du, am liebsten hätte ich dem Mirka mehr als kräftig in den Arsch getreten, aber das hätte in der Situation auch nichts gebracht.

Aber ich habe ihm klar gesagt, wenn er noch einmal so einen Unsinn macht, beende ich die Zusammenarbeit. Ich hoffe, er hält sich dran!“

„Aber sag’ mal, Otto, sind alle Frauenbeglücker Männer, die für irgendetwas büßen wollen?“

„Nein, durchaus nicht! Da können allerlei verschiedene unbewusste Motive hinter stecken. Deshalb muss der Herr Mirka auch herausfinden, was ihn unbewusst antreibt.

Ich fürchte nur, wir müssen es schnell herausfinden, damit er am Ende nicht erneut Unsinn macht. Er scheint emotional sehr labil zu sein und fürchtet sich furchtbar davor, daß ihn seine Frau verlässt. 

Und er hat wohl zu Recht erkannt, daß die Schwiegermutter daran arbeitet, ihn von der Tochter wegzubekommen, damit sie zu dieser ziehen kann. Sie will sich so die Tochter und die Enkelkinder an-eignen. 

Es gibt also auch einen Familienkonflikt. Es sieht so aus, als ob die Schwiegermutter die Ehe der Tochter nicht akzeptiert hat.

So sieht er alles in Gefahr, seine Familie und das Frauenbe-glückerspiel, das sicher eine wichtige unbewusste Funktion zur eigenen psychischen Stabilisierung hat. Sonst würde er es nicht als Zwang empfinden, es weiterspielen zu müssen.

Ich bin gespannt, was wir am Ende herausbekommen werden.“

 

„Ich habe meiner Frau nichts von den anderen Frauen erzählt. Ich habe ihr gesagt, ich sei sehr unglücklich gewesen und hätte mich betrunken. Und weil es mir so schlecht gegangen sei, hätte ich Sie aufgesucht. 

Da ich nicht mehr Auto habe fahren können, hätten Sie angeboten, daß ich bei Ihnen übernachten könnte.

Das hat sie dann geschluckt. Sie hat Vertrauen zu Ihnen.“

„Besser wäre es, sie gewönne wieder Vertrauen zu Ihnen. Aber lassen wird das!

Gehen Sie bitte in Hypnose und auf Ihre Zauberwiese. Wenn Sie da sind, sagen Sie mir bitte Bescheid!“

Als Siegfried Mirka nickt, fordert er ihn auf, seinen Weisen Mann zu seiner Situation zu befragen. Und wie er sie am besten lösen könne.

„Du machst es Dir zu leicht! Im Grunde möchtest Du so weitermachen, wie bisher. Und jetzt, weil das nicht geht, verfällst Du in Selbstmitleid.

Wenn Du wirklich weiterkommen willst, dann gehe zurück in die Zeit vor Deiner Ehe. Erinnere Dich, was mit Deiner ersten Liebe geschah!“

Der Alte wirkt distanziert und ärgerlich und verschwindet vor seinem Blick. Er war allein auf seiner Zauberwiese, einer Wald-lichtung im Sonnenschein.

„Herr Renansen, der Weise Mann hat gesagt, ich solle nach meiner ersten Liebe schauen. Soll ich das jetzt machen?“

„Ja! Gehen Sie in die Vergangenheit und sagen Sie mir, was Sie sehen und erleben!“

„Ich bin zurückgegangen. Bis dahin, wo wir uns getrennt haben.“

„Weshalb haben Sie sich damals getrennt?“

„Sie hatte einen Anderen gefunden und mich verlassen.“

„Wie alt waren Sie damals?“

„Sechsundzwanzig. Wir waren schon drei Jahre zusammen.“

„Und was passierte in dieser Abschiedsszene?“

Ihm ist unwohl. Am liebsten möchte er weinen. Aber er will das nicht. Und er möchte auch nicht hinschauen auf die Beiden. Denn einer von ihnen ist er selbst. Und es geht ihm nicht gut. Er fühlt sich wie vernichtet. Er schafft das nicht!

„Herr Renansen, mir geht es schlecht! Ich kann das nicht! Das ist zu schlimm!“

„Gut! Gehen Sie aus der Szene wieder raus und auf Ihre Zauberwiese! Wenn Sie wieder dort sind, geben Sie mir bitte Bescheid!“

„Ich bin zurück.“

„Jeder Mensch hat mindestens einen Ort in der Realität oder in der Erinnerung oder in der Phantasie, wo er sich wohl und sicher fühlt. Oder einst wohlgefühlt hat. Wo er ganz er selbst sein kann. Ganz in sich selbst ruht.

Was ist das bei Ihnen?“

„Eine Bude. Eine Bude, die ich mir selbst gebaut hatte. Mitten im Wald. In einem Fichtenwald. 

Da war ich neun oder zehn Jahre alt. 

In diese Bude habe ich mich immer zurückgezogen, wenn ich alleine sein wollte oder unglücklich war.“

„Können Sie sich diese Bude aus der Kindheit wieder vor Augen führen?“

„Ja, ich sehe sie genau vor mir. Ich werde sie nie vergessen. Sie war damals sehr wichtig für mich.“

„Gut! Gehen Sie jetzt in ihre Bude und sorgen Sie dafür, daß Sie sich wohlfühlen! Machen Sie das, was Sie damals immer gemacht haben!“

„Ich sitze auf der Bank, die ich mir gezimmert habe und mache die Büchse mit den Rosinen auf, die ich meiner Mutter geklaut habe und esse die. Eine Beere nach der anderen.

Dabei schaue ich aus dem Sehschlitz nach vorne, aus der Bude hinaus. Dahin, wo der Wildwechsel ist. Da, wo ich immer die Rehe habe vorbeilaufen sehen.“

„Sehr gut! Und während Sie da bleiben, sich wohlfühlen, Ihre Rosinen knabbern und beobachten, ob heute wieder die Rehe kommen, kann ein Teil von Ihnen, ein psychischer Teil von Ihnen, langsam aus ihnen nach oben rechts hinausschweben.

Schauen Sie bitte, was das für ein Teil ist, wie der aussieht!“

„Ein Tränendes Herz!“

„Wie die Pflanze oder anders?“

„Es ist eine Blüte von einem Tränenden Herzen, der Pflanze.“

„Schön! Während Sie jetzt in Ihrer Bude sitzen bleiben und dafür sorgen, daß es Ihnen weiterhin gut geht, spreche ich jetzt nur noch zu dem Tränenden Herzen. 

Du, Tränendes Herz, suche Dir ein Kino, ein schönes Kino! Ein Kino wie Du es liebst. In dem Du Dich wohlfühlen kannst.

Und wenn Du dieses Kino für Dich gefunden hast, dann suche Dir einen Platz in einer der hintersten Reihen aus!

Und wenn Du angenehm Platz genommen hast, dann bitte Deinen Inneren Filmvorführer, vor Dir vorne auf der Leinwand die Szene ablaufen zu lassen, die bis heute Siegfried so sehr zusetzt!

Und während Du den Film anschaust, Tränendes Herz, kann Siegfried ruhig und zufrieden, sicher distanziert, in seiner Bude bleiben!

Und der Mund kann sprechen und mir sagen, was Du, Tränendes Herz, siehst!“

„Da sind Siegfried und Gesine. Sie streiten sich. Siegfried weint.

Gesine sagt, er sei ein elender Schlappschwanz, der nicht einmal richtig einen hoch kriege. Sie sei es leid mit ihm! 

Ihr neuer Freund, das sei ein Mann! Nicht nur im Bett, sondern auch im Leben. Der stelle was dar und wisse, wie man eine Frau im Bett rannehmen müsse.

Aber er könne ja gar nicht richtig ficken. Ehe sie etwas fühlen könne, gehe es bei ihm schon immer los. Er sei ein elender Egoist, der im Bett nur an sich denke.

Und immer wolle er zu Hause rumhocken. Sie wolle auch einmal tanzen gehen und leben. 

Sie schreit jetzt: „Leben! Leben! Weißt Du überhaupt, was leben bedeutet?! Du elender Stubenhocker und Schnellspritzer!

Ich habe die Schnauze voll von Dir!

Hau’ endlich ab und verschwinde aus meinem Leben! Du Muttersöhnchen, Du Weichei!

Werde erst einmal ein Mann und höre auf, hier rum zu flennen!“

Jetzt dreht sie sich um und geht. Sie wirft die Tür mit einem Bums hinter sich zu.

Siegfried schluchzt und liegt jetzt auf dem Boden und zittert am ganzen Leib. Er wälzt sich auf dem Boden herum. Er ist fertig. 

Der Film ist zu Ende.“

„Ich danke Dir, Tränendes Herz, daß Du für mich und vor allen für Siegfried diese alte Erinnerung wieder hervorgeholt hast! Da kannst jetzt langsam wieder in Siegfried zurückschweben und das ganze Wissen mit zu ihm ins Bewusstsein nehmen!“

Er sieht keine Regung bei dem Mann vor sich. Die Hypnose ist stark und tief. Die Atemzüge gehen ganz ruhig und auch am Schlag der Halsschlagader erkennt er keine Erregung. Nur die Gesichtszüge sind spitz geworden und das Gesicht ist bleich.

Er beschließt zu warten, bis das hypnotisch gehobene Erin-nerungsmaterial sicher und vollständig in das Bewusstseinsfeld von Siegfried Mirka integriert und damit die Verdrängung der trau-matisch erlebten Szene aufgehoben ist.

Er sieht das daran, daß langsam die Farbe in das Gesicht des Hypnotisierten und Dissoziierten zurückkehrt. 

Als er kleine Körperbewegungen wahrnimmt, bittet er Siegfried Mirka, sich bei dem Tränenden Herz und seinem Unterbewusstsein zu bedanken, die Zauberwiese wieder zu verlassen und die Hypnose aufzulösen.

 

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

der Roman  "Das Zweite Abitur" ist zu seinem guten Ende gekommen.  

 

Ab dieser Woche können Sie ab jedem Wochenende in der Reihe der Romane über die Abenteuer des "Hypnotisten"kostenlos in wöchentlichen Fortsetzungen den Roman "Spiegelsex" lesen.

 

Vielen Dank für Ihr Interesse!

 

Ihr Götz Renartz

 

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Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen und interessante Erlebnisse mit den Büchern!

 

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Der Hypnotist -

 

Der Hase im Café

 

Roman von Götz Renartz

 

 

Dieser Roman ist der erste in der Schwarzen Reihe, der von den Abenteuern des Hypnotisten erzählt.

 

Nach der Scheidung von seiner Frau Aletta ordnet er sein Leben neu und gründet eine Firma für Erfolgs- und Selbstmanagement. Dazu nutzt er hocheffiziente selbstorganisatorische Hypnosemethoden.

 

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Der Hypnotist –

 

Der Junge im

 

Baum 

 

Roman von Götz Renartz

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Der Hypnotist –

 

Das zweite 

 

Abitur

 

 

 

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